Die sogenannte Digitalisierung beförderte Entwicklungen wie die sozialen Medien oder die sharing-economy. Die letztgenannte, medial getragene „Wirtschaftsform“ prägen die Prinzipien der Dezentralisation und der Selbstbestimmung. Mit der „Peer-to-peer-(P2P)-Versicherung“ überführen wiederum technologieaffine Insurtechs beide Leitideen in das Versicherungswesen: Nach einer Mitteilung des Verbandes Bitkom vom 10.09.2018 biete die P2P-Versicherung die Möglichkeit, Risiken unter Bekannten abzusichern statt die klassische Risikoabdeckung über einen Versicherungskonzern zu wählen. Ziel solcher Gestaltungen ist regelmäßig eine Absicherung von Risiken, die möglichst keine (Kosten-)Risiken birgt; es geht um Ersparnisse gegenüber der konventionellen Versicherung – sei es über a priori günstigere Prämien oder nachgelagerte Rückzahlungen für den Fall der Schadenfreiheit. Der Verfasser ventiliert die solchen Modellen zugrundeliegenden konsumentenpsychologischen Anreizwirkungen; exemplarisch geht er unter Rekurs auf die historische Assekuranz der Attraktivität der Assoziation der „Versicherung unter Freunden“ auf den Grund. Darüber hinaus typisiert er grundlegende Schattierungen eines von ihm dargelegten rechtlichen Begriffs der P2P-Versicherung. Zugleich erhellt die Abhandlung, dass die existenten P2P-Versicherungs-Modelle de facto nicht auf den Risikotransfer auf Versicherer verzichten (können); prägend sind regelmäßig lediglich Elemente einer unterschiedlich nuancierten Einbindung von Privatpersonen in die Risikotragung. Begreiflich macht dies die kautelarjuristische Auseinandersetzung des Verfassers mit mehreren Modellen eines deutschen P2P-Anbieters. Darauf aufbauend analysiert er eine Vielzahl rechtlicher Implikationen für die Strukturierung, aber auch das Marketing von P2P-Versicherungs-Lösungen.

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Jahrestagung 2020

Im Fokus unserer Jahrestagung stehen am Mittwoch die Themen „Nachhaltigkeit“ und „Künstliche Intelligenz“. Es diskutieren u.a. Prof. Dr. Torsten Oletzky, Dr. Thomas Deckers, Prof. Dr. Christian Armbrüster sowie Prof. Dr. Michael Quante, Gabriele Recke und Prof. Dr. Heinz-Dietrich Steinmeyer. Am zweiten Tag werden weitere aktuelle Fragestellungen auf dem Versicherungsrechtstag sowie in medizinischen, ökonomischen und mathematischen Foren diskutiert. Eine Anmeldung zur Tagung wird ab Dezember 2019 möglich sein.

Wo? Scandic Berlin Potsdamer Platz

Wann? 25. und 26. März 2020

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