Ebenso wie viele andere Branchen sieht sich auch die Versicherungswirtschaft mit den aktuellen Entwicklungen und damit verbundenen Herausforderungen der Digitalisierung konfrontiert. Einen derzeitigen, disruptiven Trend stellen Cross-Industry-Ansätze und die hieraus entstehenden plattformbasierten, kundenzentrierten Netzwerke, die sogenannten digitalen Ökosysteme, dar, die zu veränderten Funktionszuordnungen von Marktteilnehmern führen. Aufgrund dessen ergibt sich für Versicherungsunternehmen die Notwendigkeit ihr klassisches Rollenbild kritisch zu hinterfragen und frühzeitig wettbewerbsfähige Positionierungsstrategien zu entwickeln. Im Rahmen der Arbeit gibt die Autorin zunächst einen grundlegenden Überblick zum Wesen digitaler Ökosysteme und fokussiert sich auf die hieraus entstehenden Anknüpfungsmöglichkeiten für die Assekuranz. Den Schwerpunkt der Arbeit stellt die Analyse der beiden gängigen Verortungsmöglichkeiten innerhalb eines digitalen Ökosystems dar. Hierbei untersucht die Arbeit, ob es Versicherungsunternehmen zukünftig möglich sein wird, sich erfolgreich als Ökosystemorchestrator oder aber als Ökosystemzulieferer positionieren zu können und betrachtet, welche notwendigen Voraussetzungen für die jeweilige Ausrichtung zu erfüllen sind. Darüber hinaus werden die aus den beiden Positionierungsstrategien resultierenden Chancen und Herausforderungen für Versicherungsunternehmen gegenübergestellt. Zur Sicherstellung einer ganzheitlichen Betrachtung wird zudem die Möglichkeit eines hybriden Ausrichtungsmodels für Versicherer kurz aufgegriffen und diskutiert. Des Weiteren erfolgt eine ausgewählte Vorstellung der am deutschen Versicherungsmarkt entstehenden Ökosysteme. Abschließend werden auf Grundlage des fiktiven Ökosystems „Hochzeit“ beispielhaft die Aufgabenbereiche eines Versicherers in der Rolle des Orchestrators bzw. Zulieferers und die unterschiedlichen Entwicklungsperspektiven aufgezeigt.

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