Aufgrund der spezifischen Geschäftsprozesse sind Versicherungsunternehmen durch eine hohe Komplexität in der Unternehmensbewertung durch Kapitalmärkte geprägt. Die aktuarielle Schätzung der Schadenverteilungen abgeschlossener Versicherungspolicen ist für externe Parteien, wie Investoren, einerseits mit Unsicherheit behaftet und andererseits im Detail unbekannt. Darüber hinaus übernimmt in der Versicherungswirtschaft die marktwertbasierte Managementvergütung über Aktien und Aktienoptionen eine tragende Rolle. Aus der Beziehung zwischen den Anteilseignern und dem Management von Versicherern ergeben sich durch divergierende Interessen wiederum Zielkonflikte. Die wissenschaftliche Untersuchung dieser Problematik obliegt der sogenannten Prinzipal-Agenten- respektive Agency-Theorie. In dieser werden Wirtschaftsbeziehungen analysiert, in denen eine Partei Informationsvorteile gegenüber den anderen Geschäftspartnern aufweist. Dieses Werk verbindet vor diesem Kontext die etablierte Agency-Theorie und die entsprechenden Standardmodelle mit den Charakteristika der Versicherungswirtschaft. Ergo basiert die Analyse auf einer modelltheoretischen Herangehensweise. Hierbei sind insbesondere die Effekte dieser Eigenschaften von Versicherern auf den Marktwert beziehungsweise auf die korrespondierende Managemententlohnung von Relevanz. In diesem Zusammenhang erfolgt im ersten Schritt eine Implementierung des versicherungstechnischen Hintergrunds in die Standardmodelle unter den konventionellen linearen Modellprämissen. Darauf aufbauend behandelt die Arbeit eine Weiterentwicklung dieser Modellierung um nicht-lineare Bedingungen. Erst diese Ausarbeitung erfüllt die versicherungswirtschaftlichen Anforderungen umfänglich. Dieses Werk zeigt daher auf, wie die Erkenntnisse der etablierten Agency-Literatur hinsichtlich der Anreizsysteme zur Führung von Versicherungsunternehmen zu interpretieren sind und an welcher Stelle eine Erweiterung mitsamt neuer Perspektive erforderlich ist.

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